1964 während der Lehrzeit entschloss ich (Wolfgang Lahme) mich, in eine Band einzutreten. Was ich konnte? Gar nichts! Zumindest nichts bezüglich Musik. Klaus Friese meinte ich solle mir ein Instrument (am besten Gitarre) besorgen und einfach mitkommen.

Die Jungs bei der Bandprobe waren top ausgestattet: Klangkörpergitarre mit aufgesetztem Tonabnehmer, als Verstärker dienten Tonbandgeräte und ähnliche Dinge, die irgendwie ein Verstärkerteil und einen Lautsprecher in sich hatten.

Ich hatte immerhin eine echte E-Gitarre mit 3 Tonabnehmern und Jammerhaken (von Quelle gekauft, „danke Opa“) dafür konnte ich aber nicht spielen. Die Jungs brachten mir die Akkorde E, A D und G bei, wobei ich am liebsten G-Dur spielte in dem ich nur den kleinen Finger auf die E-Saite legte und dafür die oberen beiden Saiten nicht anschlug. Als mir die Jungs die Barreegriffe beibringen wollten, kam ich nicht mehr mit. Ich hatte erst noch die Idee, die Gitarre auf E-Dur im Leeranschlag umzustimmen um somit mit nur einem übergelegten Finger (was ich damals nicht wusste: Keith Richard spielt heute noch so) alle Akkorde zu spielen, aber die Jungs winkten ab und meinten ich solle mich besser aufs Singen konzentrieren.

So habe ich dann immer weniger Gitarre gespielt und den Sänger der Band gemacht. Ich habe gleichzeitig fleißig Schlagzeug spielen gelernt. In jeder freien Minute trommelte ich auf irgendwelchen Gegenständen Stühle Sofa Sessel etc. herum und hatte dann irgendwann ein altes Schlagzeug ausgeliehen. Von da an -arme Nachbarn- habe ich fleißig auf dem Dachboden geübt.

Irgendwann mußte unser Schlagzeuger zur Bundeswehr. Das war meine Stunde. Endlich konnte (durfte) ich Schlagzeug spielen. Alle Namen der Bandmitglieder der UR-Missing Links von 1964 bis 1968 im Überblick:

Uli Hartstein Gitarre
Ernst-Adolf Grau Bass
Friedel Groll Schlagzeug
Klaus Friese Gitarre
Wolfgang Lahme Gesang
Sigi (Fliege) Schäfer Keyboard
Uli Sakowski Keyboard

Unsere größten Auftritte waren in der Schützenhalle Lüdenscheid als Vorgruppe von diversen bekannten Bands wie The Lords, Rattles Equals, Casey Jones, Searchers usw.

Wie es manchmal so ist, ich machte als Sänger einige Zeit bei den Lightnings aus Herne mit und die Wevers-Brüder aus Herscheid sangen während dieser Zeit bei The Missing Links.

Ebenfalls absolut erwähnenswert, wie wir mit unserem Equipement zu den Auftritten gelangten. Anfangs hatten wir ganz tolle Unterstützung durch den Bruder von Uli Hartstein, Horst, und vor allem, durch meinen Bruder Klaus, der mit seinem Mercedes 219 viele Male die Klamotten und auch die Bandmitglieder transportierte.

Ich erinnere mich an eine Polizeikontrolle, die Insassen (wir) stiegen aus und ein Polizist zählte, 1, 2, 3, 4, 5, 6, .. wie viele kommen denn da noch ... Ich glaube ca. 8 Personen waren im Auto! An dieser Stelle herzlichen Dank an meinen Bruder fürs Klamotten transportieren, Termine besorgen, Plakate aushängen usw. Später konnten wir uns gar einen eigenen VW-Bus leisten.

LAJOS FA GROUP

Zwischenzeitlich war die Band The Missing Links aufgelöst und Klaus Friese, Lajos Fa (Gesang), Karl-Heinz (Charly) Ritterbusch (Bass) und ich gründeten die Band Lajos Fa Group. Der Name Lajos Fa ist ein echter Name und die Idee, die Band nach dem Sänger zu benennen kam etwas später von Klaus. Nach einiger Zeit kam Rolf Grünberg (Bass) für Charly Ritterbusch zum Einsatz.

WITHOUT NAMES

Die Lajos Fa Group hielt nicht ganz so lange. Danach spielte ich in der Band Without Names mit Jürgen Helmich, Wolfgang Prasse, Mike Claren und Charly Ritterbusch.

AUTUMN DECEASE

Danach gab es dann eine Underground Band Autumn Decease mit Jürgen Helmich, Dirk Schmalenbach, Mike Auth und Matthias Vogt. Unser Starstück damals: In a gadda da vida von Iron Butterfly.

Danach war Schluß mit Musik. Beruf, Familie u.s.w. rückten in den Vordergrund. Während der musiklosen Zeit trommelte ich nur noch auf dem Autolenkrad und auf Tischen. Ein Schlagzeug besaß ich nicht mehr. Ab und zu erzählte ich meinen Kindern, was für ein "Held" ich damals war und irgendwann besorgte ich mir aus Spaß mal wieder ein Drum-Set (so nennt man das heute).. Jetzt ist es aber leider so, dass das Schlagzeugspielen nicht so wie das Fahrradfahren ist, welches man ja Erzählungen zufolge nie verlernt. Kurz gesagt, ich hatte arge Schwierigkeiten, weil mein Kopf zwar wusste, was die Hände und Füße tun sollten, die Motorik aber leider nicht mit kam. Es dauerte einige Zeit (vielen Dank an meine Familie für das aufgebrachte Verständnis), bis ich so einigermaßen wieder spielen konnte. Sabine, meine älteste Tochter (sie kann hervorragend Klavier spielen, musste mich mit eiem Keyboard des öfteren bei meiner Wiedereingliederung in das Musikerleben begleiten. So nach und nach wurde es besser und ich sah mir bereits Kleinanzeigen von Musikern und Bands an, die noch einen Drummer suchten.

REMEMBER

Na ja, plötzlich war es so weit und ich verabredete mich zu einer Bandprobe mit Carsten, Reiner und zwei weiteren Musikern. Später kam zu Carsten, Reiner und mir noch Horst dazu und damit war die Band "Remember" zunächst komplett. Es folgten einige private Auftritte und danach auch einige öffentliche Gigs auf Stadtfesten und unter anderem auch im Night-Life in Düsseldorf.

Im Jahr 2000 kam ich wieder mit Klaus Friese zusammen und wir planten zu meinem 50-sten eine kleine Session mit den alten Missing Links. Alle kamen, bis auf Ernst-Adolf Grau, der ehemalige Bassmann. Den konnten wir nicht ausfindig machen. Dafür sprang Marc (Sohn von Klaus) ein und wir hatten eine Menge Spaß dabei. Erstmals sprachen Klaus und ich darüber, evtl. mal wieder eine gemeinsame Band zu gründen.

FORTNIGHT

Zu diesem Zeitpunkt hatte ich parallel zu der Band "Remember" noch eine Affäre mit der Band "Fortnight" in Mönchengladbach, die sich aber, ohne in der Besetzung je aufgetreten zu sein, bald auflöste. In dieser Band lernte ich Walter kennen und die Idee, mit Klaus und Walter zusammen zu spielen gefiel mir immer besser. Es fehlte also nur noch der Bass. Schorsch kannte ich aus Zeiten von Remember und so war das Problem gelöst und wir hatten eine recht schlagkräftige Truppe zusammen.

THE MISSING LINKS

die Rock-Oldies Cover-Band mit dem echten Beat- & StarClub-Sound der 60-er und 70-er Jahre. Es macht so richtig Spaß, mit dieser schlagkräftigen Truppe Musik zu machen!

Die Truppe hat in der Besetzung mit Schorsch am Bass, Walter und Klaus an den Gitarren und mir am Schlagzeug viel Spaß miteinander gehabt. Unvergessene Auftritte waren Das Schneesturmkonzert in Lüdenscheid beim Didi im Friedrichshof, die Regenschlacht in Mönchengladbach bei einem Straßenfest, diverse Gigs beim Zokker im Kreuzherreneck, Margrets 50ster und nicht zu vergessen das Ambiente im Tuppenhof. Wie es dann so kommt, Schorsch widmete sich mehr und mehr seinem zweiten Hobby (Eisenbahnen) und für Schorsch kam Reinhold, der sich schnell in die Truppe integrierte, und sehr gewichtige Töne spielt. Walter verabschiedete sich auf andere Weise und zwar ganz unfreiwillig (unvergessen seine Gitarrensolos bei Whiskey in the jar und while my Guitar …). Für Walter kam Gerd und zusammen haben wir einige schöne Auftritte hingelegt.

The Missing Links seit 11.05.2008:

Im Vorfeld seiner Geburtstagsparty lernte ich Jörg kennen. Charly machte derzeit gemeinsame Proben mit ihm und er sprach mich an, ob ich, mangels Masse an Sängern zur Geburtstagsfete nicht singen könnte. Ich sagte zu und wir hatten die 1. von 2 Proben und da der Drummer auch fehlte, habe ich auch das Trommeln übernommen. Das geniale Gitarrenspiel und die Darbietung von Jörg überzeugte mich, so dass ich ab diesem Zeitpunkt immer wieder mal versuchte, ihn für uns zu gewinnen. Wie auch immer, jetzt ist er dabei und wir wollen hoffen, dass er es schafft ebenso lange bei uns zu spielen wie damals bei „Halber Liter“. Jetzt besteht unsere Truppe zu 100 % aus echten Sauerländern.

The Missing Links mal mit 4, mal mit 5 Musikern

Seit unserem Auftritt beim Halveraner Herbst ist es amtlich. Mann kann uns zu viert oder zu fünft hören. Wir entscheiden das je nach Größe der Veranstaltung und natürlich auch damit verbunden, Größe der Bühne. Unser „neuer“, fünfter Mann ist Ralf Karpe. Er ist eine absolute Verstärkung für unsere Band. Das funktioniert so: Ist die Veranstaltung/Bühne groß genug, spielt Ralf am Schlagzeug und ich (Wolfgang) kann mich ganz aufs Singen konzentrieren und mich dabei ums Publikum kümmern. Das macht mir gewaltig Spaß und bringt uns ein Stück weiter nach vorne. Es ist für jeden Kenner ein Genuss, Ralf am Schlagzeug zu hören, er trommelt wirklich super. Ist die Gelegenheit nicht gegeben, bleibt alles beim „alten“ und ich spiele Schlagzeug und singe dazu.

The Missing Links 2013

Im Jahr 2013 hat es eine Veränderung im Tieftonbereich gegeben. Erstmal lieben Dank an Reinhold für mehr als 7 Jahre Bassvergnügen! Die dicken Saiten der Band spielt seit September 2013 der gebürtige Londoner Martin Jipps-Hemmes, ein langjähriger Weggefährte von mir aus Nacht-Rock / PAPA-M Zeiten. Momentan ist er nur am Bass zu hören, aber wer weiß, vielleicht spielt er bald mal das eine oder andere Lied auf der Gitarre, wenn sich Klaus oder Jörg zum Ausgleich mal mehr Grobmotorik wünschen.

 

Wolfgang Lahme

Die Geschichte geht weiter …